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OSZ
Oberstufenzentrum Mandelstrasse, Berlin
Berufsschle mit Open-Learning-Center und Cafeteria

NF: 6.300 qm, Baudenkmal

Das Gebäude Mandelstraße 6-8 wurde 1914-15 als 306. und 307. Gemeindeschule im Bezirk Prenzlauer Berg erbaut nach einer Planung des Architekten Ludwig Hoffmann.
Es war konzipiert als Doppelschule (Jungen/Mädchen) mit jeweils einem 4-geschossigen Klassentrakt in Form eines hofbegleitenden Seitenflügels, einem 4-geschossigen Lehrerwohnhaus in der Straßenfront der geschlossenen Bebauung sowie einem 4-geschossigen Quergebäude mit von Jungen und Mädchen abwechselnd zu nutzenden Räumen (Aula,
Turnhalle...).


Die vier Gebäude bilden den gemeinsamen Hof; hinter dem Aulaflügel befand sich eine weitere, allerdings ungenutzte
große Freifläche.

Die Lage im Block (kurze Ansichtsbreite / tiefes Grundstück) ist typisch für eine Reihe von Schulbauten Hoffmanns, der diesen Typ konzipiert hatte, um die städtischen Mittel für den Grundstücksankauf gering zu halten (und dadurch eine größere Anzahl zu ermöglichen).

Konstruktiv handelt es sich um Mauerwerksbauten, verputzt, in der Straßenfassade mit gliedernden und schmückenden Teilen in Werkstein.
In den Außenachsen der Straßenfassade liegen 2 große Rundbogen-
Tordurchfahrten (jeweils für die Mädchen- und die Jungenschule); ein zentraler Eingang war nicht vorhanden.
Die Dächer sind als steile Mansarddächer ausgeführt und unausgebaut.
Nach Kriegszerstörung erfolgten 1951 Sanierungsarbeiten. Nach 1989 erfolgten Teilsanierungen der Außenhülle (Dachdeckung, Fenster).

(Quelle: Berlin und seine Bauten, Teil V, Band C-Schulen, Berlin 1991, S. 336/337)
Das Schulgebäude Mandelstraße ist in den Jahren 2002-2005 saniert und umgebaut worden für die neue Nutzung als Oberstufenzentrum „Bürowirtschaft und Dienstleistungen“.

Die Nutzung als OSZ hat im Gegensatz zur früheren Grundschulnutzung zur Folge, dass
· eine vielfache Anzahl von Schülern die Schule besuchen,
· die meisten Schüler nur an 2 Wochentagen kommen,
· die Schüler keine festen Klassenräume belegen,
· der Unterricht ganztags stattfindet,
· die Schüler während des Tages häufiger Freistunden haben,
· gänzlich neue Unterrichtsformen räumlich erforderlich sind (Lernbüros und Open Learning Center).
Neben einer allgemeinen Sanierung und Ertüchtigung des Gebäudes standen daher folgende Themen im Vordergrund:
· Herstellung eines zentralen, großzügigen Eingangs- und Informationsbereiches,
· Neuschaffung einer Mensa
· Erschließung und Gestaltung des Gartenhofes,
· intensive Ausstattung nahezu des gesamten Gebäudes mit neuen Medien,
· Umbau des Lehrerwohnhauses zu Lernbüros.
UNSERE MITTEL:

· die großformatigen Öffnungen in der ehemaligen Turnhallenfassade
· die langgestreckten großen neuen Elemente in Hof und Garten
· die Einbauten im Open Learning Center in der ehemaligen Aula
· die neue Farbgestaltung in Fluren, Klassen und Mensa

Viele bewährte und haltbare Elemente konnten erhalten bleiben
(z. B. der Terrazzo in den Fluren und die Granittreppen), ebenso wesentliche Bereiche der Klassenraumflügel, die für ihre Erbauungszeit fortschrittlich, großzügig und hell konzipiert waren.

Sichtbare Veränderungen in diesen Flügeln sind die neuen Medientrassen, die sich als oranger bis rotbrauner Farbakzent über die Decken aller Klassenräume ziehen, und die Farbgestaltung der Flurwände, die die eher düstere Hoffmannsche Farbgestaltung (olivbrauner Sockel mit weiteren Braun-Grün-Nuancen) mit helleren Tönen sowie einem über die Geschosse wandernden Orange-Braun frei interpretiert.
Schulhof, ehemalige Turnhalle und Gartenhof wurden durch langgestreckte, großformatige Elemente miteinander in Bezug gesetzt und ergeben so eine Abfolge von öffentlichen Räumen, in der Mitte das neue Entree, die Mensa, und das „Grüne Zimmer“ im Gartenhof.
Die für die Mensa erforderliche große Transparenz von Hof zu Hof war ein langes Diskussionsthema mit der Denkmalpflege, die die bauzeitlich nicht gut gelöste Turnhallenfassade (bis 3 m Höhe ohne Öffnungen) lange als übergeordnete Überlegungen verteidigte.

Referenzliste / Gebäudedaten