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B 181
Hauptbibliothek Mitte im Brunnenhof, Berlin-Mitte

Neubau Bibliothekshalle und Lichtkuben, HNF: 2.500 qm

Die Hauptbibliothek Mitte befindet sich seit 1928 ununterbrochen im Gebäude Brunnenstrasse 181. Nach der Wende 1989 verfügte sie im Vorderhaus, 1. OG, noch über 220 qm Fläche in baulich und technisch schlechtem Zustand.

Nachdem ein Standortgutachten im Auftrag des Kultursenats den räumlichen Verbund der Hauptbibliothek mit der Kinderbibliothek des Bezirks angeraten hatte, verlegte der Bezirk zunächst interimshaft seine Kinderbibliothek in eine Teilfläche des Gewerbehofs.
Als dauerhafter Ort wurde von uns das Untergeschoß unter der geplanten Bibliothek vorgeschlagen; dieses läßt sich über den neuen Eingangsbau miterschließen und über die Hofflächen beleuchten.
Der vorgeschlagene und inzwischen realisierte Standort mit Eingang im 3.Hof wurde gewählt, weil er kompakte und räumlich und funktional gut organisierte Bibliotheksflächen ermöglicht.

Die 4 Höfe haben jeweils eigene Themen und führen damit durch die Gesamtanlage: Die Durchfahrt von der Brunnenstrasse in den ersten Hof wurde in einem 1.Bauabschnitt 1991 geöffnet und verbreitert, um die Höfe optisch mit der Strasse und dem gegenüberliegenden Park zu verbinden; an der Durchfahrt präsentiert sich die Bibliothek in Form einer großen Vitrine. Der 1. Hof gibt den Blick auf die Bibliothek frei (Trendbereich.
Für den 2. Hof vor dem Spänebunker hat die Berliner Künstlerin Ulrike Hogrebe 3 Plastiken aus Stahl entworfen. Die Finanzierung der Plastiken hat der Bauherr als Beitrag für Kunst am Bau übernommen.
Der 3. Hof bildet ein Forum vor der Bibliothek; und ist von deren Eingangsbau beherrscht; von hier aus sind alle Flächen einsehbar.
Im hintersten, 4. Hof erhebt sich der neue Oberlichtkubus der Kinderbibliothek.; dieser Hof wird nicht betreten, sondern nur eingesehen.
Der Neubau im 3. Hof dient als Erschließungsbau für die gesamte Bibliothek. Im EG liegt die zentrale Verbuchungstheke; von hier aus führt die Treppe hölzern / betonen in das UG und steinern / stählern ins OG. Die Deckeneinschnitte ermöglichen vertikale Durchblicke.
Die Galerie im OG bleibt leer und wird als Veranstaltungsfläche genutzt (Bühne für Musikgruppen, Laufsteg bei Modenschau). Das Dach ist leicht zwischen die Rückwand und die Fassaden gehängt; der umlaufende Verglasungsstreifen setzt den Neubau vom Altbau ab. Der Neubaubereich ist mit einer Sprinkleranlage versehen zur Bildung eines Brandabschnittes zwischen den Quergebäuden.

Das Untergeschoß bietet der Kinderbibliothek etwa 500 qm Fläche; die vorhandene Raumstruktur, gekennzeichnet durch den Wechsel von Hofflächen und Gebäudeflächen, wurde erhalten und durch Einbauten akzentuiert: unter den Gebäuden sind jeweils kleine Räume, "Höhlen", "Kabinette" eingerichtet, die mit differenzierten Licht- und Raumverhältnissen den Kindern verschiedenen Milieus bieten.
Unter den Höfen sind jeweils große Räume angelegt, die von oben belichtet werden. Als zentrale Skulptur steht der Treppenkubus im UG.
Unter dem Lichtkubus im 4. Hof ist eine Senke geschaffen worden, die, mit einem "unmöblierbaren" Flußkiesboden, einen Ruhe- und Versammlungsort bietet.

Im 2. Hof wurde der ehemalige Spänebunker (Möbelfabrik) zu einem WC-Turm umgenutzt; in diesem liegt gleichzeitig die zweite Treppenverbindung von UG und EG. Seitlich des Spänebunkers wurden Übergänge geschaffen zur Anbindung des 1.Quergebäudes. Dieses wird nach Auszug der Interimskinderbibliothek zum Trendbereich umgebaut. Die Nutzung dieses Bereichs ist separat möglich.
Die Möblierung der Bibliothek besteht aus Standardbibliotheksregalen und angefertigten Spezialmöbeln, die von uns entworfen und konstruiert wurden. Grundprinzip der meisten Möbel ist die Addition von tragenden Stahlprofilen und ausfachenden, aufliegenden Holzflächen.

Beherrschendes Thema bei Entwurf und Realisation war die Dualität von Alt- und Neubau. Ziel war dabei, den Altbau weitestgehend in Substanz und auch Milieu zu erhalten. Die Grenze zwischen notwendiger Renovierung (gleich Erneuerung) und möglicher Akzeptierung von "Alterungsspuren" musste dazu ständig überprüft werden.

Den Altbaumaterialien Putz + Klinker wird Stahl + Beton als neue Materialien gegenübergestellt. Im Altbau-Untergeschoss legten wir größten Wert auf die Erhaltung eines "Kellermilieus".

Referenzliste / Gebäudedaten

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